Winterlicher Ausrutscher in Solingen: Bisons verlieren im Ruhrgebiet den Boden unter den Füßen

20.12.2016

So hatte es sich sicherlich keiner vorgestellt. Enttäuschung und Frustration war den Bisons in ihre Gesichter geschrieben, nachdem das Spiel nach 124 Minuten und 3:1 für die Solingen Volleys zu Ende ging (25:23 / 18:25 / 27:25 / 27:25).

Zwar war die komplette Mannschaft mitgereist, wiederum blieben Magloire Mayaula und Enrico Zappoli verletzungsbedingt auf der Bank und mussten dem Spiel von außen folgen. Noah Baxpöhler kämpfte sich tapfer durch das Spiel, aber auch er war noch nicht zu 100% fit. Entsprechend gefrustet fiel sein Feedback zum Spiel aus: "Wir waren heute in allen Elementen schlecht. Wir hatten keinen druckvollen Aufschlag und keine stabile Annahme. Da wird es dann sehr schwer, das eigene Spiel aufzubauen." Etwas differenzierter beurteilte Kristen Cléro, der Kapitän der Bisons, das Spiel, kam aber zum gleichen Ergebnis: "Wir sind leider nie richtig ins Spiel gekommen und haben dadurch Solingen stark gemacht. Hauptsächlich zu wenig Erfolg im Aufschlag und Probleme in der Annahme haben dann eben zur Niederlage geführt."

Einen gebrauchten Tag hatte die Annahme um Libero Bartosz Kaczmarek erwischt und Zuspieler Juan Finoli musste daher weite Wege gehen. Dadurch war er für die Solinger Blockreihe leicht zu lesen: alles Wasser auf die Mühlen eines Spiels, das an diesem Tag den Bisons einfach nicht gelingen wollte. Lediglich im 2. Satz blitzte etwas von der Bühler Spielstärke auf und mit 18:25 stellten die Bisons unter Beweis, dass man präsent und Willens war, das Spiel für sich zu entscheiden. Auf Solinger Seite wusste jedoch der Zuspieler Huib den Boer seine Mitspieler exzellent einzusetzen. Und Solingen hatte die notwendige Lockerheit, nicht zuletzt, weil die Mannschaft sich nach der Trennung vom Trainer in der Vorwoche auf ihre alten Tugenden zurück besonnen hatte. Sichtbar befreit, mit viel Spaß und Nervenstärke behielt sie auch in den engen Situationen die Oberhand und machte an den entscheidenden Stellen die big points.

Für Ruben Wolochin fiel das Fazit sehr nüchtern aus: "Wir haben heute schlecht gespielt, das muss man nicht schönreden. Natürlich wird man sagen, dass Spiele gegen Solingen gewonnen werden müssen. Aber Fakt ist, dass wir heute die guten Leistungen der letzten Wochen nicht mehr abrufen konnten. Die Mannschaft hat 4 Spiele in 9 Tagen gespielt und das mit einem deutlich reduzierten Kader aufgrund der ständigen Verletzungen mehrerer Spieler. Das ist dann in einem Spiel wie heute genauso ausschlaggebend wie die unbefriedigende Situation im Training, wo ein Spiel 6:6 in den letzten 2 Wochen nicht wirklich möglich war. Dennoch, wir sind selber am meisten enttäuscht, keiner hat sich aufgegeben, aber wir haben nicht ins Spiel gefunden."

Die wenige Zeit vor und nach Weihnachten nutzen die Bisons für eine intensive Vorbereitung auf das Knallerspiel zum Jahresende. Am kommenden Mittwoch, 28. Dezember 2016 um 19:00 Uhr, empfangen die Bühler den Tabellendritten United Volleys RheinMain. Bereits jetzt sind die Sitze in der neuen Sporthalle bis auf wenige Plätze ausverkauft. Team-Manager David Molnar freut sich daher mächtig: "Zwischen den Feiertagen ist es immer eine tolle Sache, dass man in Bühl zum Volleyballspiel geht. Diese Tradition scheint weiter zu leben, was ich sehr gut finde! Beide Teams werden die Punkte am Ende der Hauptrunde brauchen, also wird es nix mehr mit weihnachtlicher Stimmung. Die Halle wird hoffentlich so wie früher brennen!" Karten gibt es wie gehabt im Bürgerhaus Neuer Markt in Bühl und die letzten Stehplätze können dann an der Abendkasse ergattert werden (ab 17:45 Uhr).

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