Wichtige Punkte: Bisons gewinnen gegen TVR

12.02.2018

"Narri": Zufriedene Gesichter bei Mannschaft, den Zuschauern und Volleyballmachern in Bühl: den ewigen schwäbischen Gegner bezwungen, 3 weitere Zähler und eine tolle Fasnet-Stimmung im Hexenkessel (25:20; 25:22; 25:24; 77 min).

Unterm Strich war es mehr, als sich die Bisons erhofft hatten, denn trotz massiver närrischer Konkurrenz am Samstagabend in Bühl und Umgebung hatten sich 1.000 Fans eingefunden, um mit ihrer Mannschaft eine ganz eigene Form der närrischen "Kappensitzung" zu feiern. Geschäftsführer Manohar Faupel hatte keinen Grund zur Klage, im Gegenteil: "Wir haben viel über das närrische Thema kommuniziert. Die Zuschauer sind zum guten Teil verkleidet gekommen, wie wir das vorher angesagt haben. Die Guggenmusik und die Showeinlage der Gardetänzerinnen konnten wir rechtzeitig über die Presse bekannt geben. Das hat die Fans neugierig gemacht, anscheinend sind wir eine gute Gelegenheit, um den späteren Abend am Fasnetsamstag vorzubereiten."

Ziemlich früh drehten die Guggenmusiker der "Bläch Forest Guggys" den Zündschlüssel um: Bereits um 19:30 Uhr glühten die Instrumente und brannte die Hallenluft, denn die 35 Musiker aus Achern gaben gleich richtig Gas mit ihren Instrumenten. "Das war kein Diesel, das war Kerosin, was die im Tank hatten. Die haben gar nicht lange rumgemacht, sondern sind direkt mit eingeschalteten Nachbrennern durchgestartet." freute sich Team-Manager David Molnar. Die "Guggys" waren ebenfalls begeistert, so Vorsitzender Thomas Pilz: "Wir haben heute einen knallvollen Programmkalender, aber die Bisonsanfrage über die Ulmer Brauerei hat grade noch reingepasst. Unsere Band fand das hier echt toll, leider müssen wir um 21:00 Uhr schon wieder weiter nach Gamshurst, aber wir kommen sehr gerne wieder!"

Bühl kontrolliert mit rotierender Besetzung phasenweise schwankendes Spiel

Dieser Euphorie konnte sich Rottenburg kaum anschließen, denn obgleich sie von Anfang an gut mithielten und sich im Verlauf der Partie steigerten, Bühl machte in allen drei Durchgängen den "Sack zu". Dabei war das Spiel mit Licht, aber auch viel Schatten durchsetzt. Viele, einfache Aufschlagfehler auf beiden Seiten zeugten von der Nervosität der Mannschaften. Rottenburg musste Druck machen, um im neunten Spiel seit dem letzten Domstädter-Sieg etwas Zählbares mitzunehmen. Bühl konnte sich einen Punkteverlust gegen den schwäbischen Gegner nicht leisten, das hatte Headcoach Ruben Wolochin im Vorfeld der Begegnung betont und musste es seinen Spielern nicht extra ins Programmheft schreiben.

Wolochin ließ mit MVP GOLD Gewinner Iurii Kruzhkov (16 Punkte), Yanagida Masahiro (13) und Magloire Mayaula (6) nur einen Teil der Stammformation durchspielen. Mittelblocker David Pettersson pausierte wegen seiner Schulter, deren leichte Überbelastung bot Yannick Goralik die Gelegenheit, wieder einmal ein komplettes Spiel zu bestreiten. Goralik selber zeigte sich nach dem Spiel nur bedingt mit seiner Leistung zufrieden, aber von der Tribüne betrachtet, machte er seine Sache nicht schlecht. Das Spiel aus Bühler Sicht eher ein "Arbeitssieg" denn Feuerwerk und über die Mitte hatte der junge Berliner nur dreimal Gelegenheit, selber zu punkten, davon verwandelte er zwei Angriffe direkt.

Auf der Zuspielposition brachte Wolochin mit Mario Schmidgall und Sasha Dmytriiev Abwechslung ins Spiel und hielt damit den Gegner ständig auf Trab. Der eher sonst ruhige Dmytriiev wirkte in diesem Spiel gelöst und zeigte sichtlich Emotionen mit seinen Freudenausbrüchen. Auf der zweiten Außen gaben sich Corbin Balster (7) und Tim Stöhr (6) die Klinke in die Hand, beide machten einen gleich guten Job in der Annahme und überzeugten im Angriff mit jeweils 62% Erfolgsquote. Balster legte als Zugabe noch zwei Aufschlagasse mit in den Bühler Korb. Wolochin freute sich über beider Leistungen, vor allem Stöhr wirkte im positiven Sinne "aufgedreht" und ließ für die Halle spürbar seiner Spielfreude freien Lauf.
Nach einem noch konsequenten ersten Satz zog zu viel Nachlässigkeit ins Match ein, in der Folge kamen die Bisons nicht richtig in die Gänge und stellenweise zog Rottenburg das Spiel an sich. Den passenden und kuriosen Satzball dieser mäßigen zweiten Runde lieferte Libero Tomas Ruiz: Wilmsen schlägt über die Mitte kommend Goralik oben im Block an und Ruiz wehrt den abprallenden Ball in der Abwehr nach Beachmanier ab. Der Ball fliegt direkt rüber zu den überraschten Domstädtern, nur Mehlberg läuft - wenn auch vergebens - zur Abwehr, doch der Ball fällt ungespielt bei 5m ins Rottenburger Feld. Da konnte sich auch Wolochin ein Grinsen nicht verkneifen, als die komplette Mannschaft ihren Libero und dessen Punkt bejubelte.

Mutter und Studienkollegen von Yanagida sehen spannenden dritten Satz

Extra für die Gardetänzerinnen der Fastnachts-Gesellschaft "Allda Kappelwindeck" war eine 10min-Pause zwischen Satz 2 und 3 eingeplant worden und die 10 Tänzerinnen machten mit ihrer Showeinlage den närrischen Dreiklang aus Musik, Tanz und Sport komplett. Ihrer gelungenen "Après ski"-Performance konnte sich keiner entziehen, begeistert klatschte der ganze Hexenkessel mit und spendete am Ende reichlich Beifall.

Im anschließenden dritten Satz gewann das Spiel endlich an Fahrt. Beide Teams kämpften nun deutlich fokussierter um die Bälle, es entwickelten sich längere Spielzüge mit tollen Abwehraktionen. Bühl hatte aber immer die Nase etwas weiter vorne und konnte sich bis 24:20 leicht absetzen. Die Mutter von Yanagida, welche am Donnerstag nach Bühl gereist war, um ihren berühmten Sohn spielen zu sehen, sowie vier seiner Studienfreunde aus Japan hatten wie die 1.000 Fans in der Halle das Spiel bereits "abgehakt". Dann kam bei 21:24 aus Rottenburger Sicht Idner Lima Martins zum Aufschlag. Die Bisons wackelten und verloren ihre drei Matchbälle, aber sie fielen nicht um. Wolochin bremste das Spiel mit seiner zweiten Auszeit (24:23) und Bühl kehrte zurück. Und es war schließlich Lima Martins selber, der für ihn bedauerlich, aber für Bühl umso erfreulicher die Steilvorlage und das perfekte Zuspiel zum Schlusspunkt lieferte: seine unsaubere Annahme flog in Richtung der Bühler Außenposition und der dort lauernde "Hunter Masa" machte eiskalt den Matchpoint.

Wichtige Punkte für die Tabelle / Baden Rockets-Mitglieder auf dem Rückweg nach Japan

Wolochin war zufrieden: "Es war sicherlich nicht unser bestes Spiel. Aber die Mannschaft hat die gestellte Aufgabe mit vollen drei Punkten und ohne Satzverlust erledigt. Jeder nicht verlorene Satz ist wichtig für unsere Tabellenplatzierung." Da lag er zu 100% richtig, denn parallel vergeigten die BR Volleys überraschend ihr Auswärtsspiel gegen Lüneburg und verloren sang- und klanglos mit 0:3 das Spiel. Pikanterweise konnten die Berliner nicht einmal die niedrige Lüneburger Halle als Vorwand nutzen, denn die überragend aufspielenden Lüne-Hünen waren für das Spitzenspiel extra in die größere und deutlich höhere CU-Arena nach Hamburg ausgewichen.
Auch im Hinblick auf das Sonntagspiel der Hachinger gegen Herrsching haben die Bisons mit dem 3:0 eine wichtige Marke gesetzt: die Alpenvolleys und die Lederhosen-Fraktion vom Ammersee teilten sich nach einem 3:2 in Haching die Punkte, womit Herrsching auf Platz 8 direkt hinter die Bisons rutschte. Auf Platz fünf weiterhin Haching, die "Überraschungseier" aus Lüneburg liegen mit Rang sechs direkt vor den Bisons, haben aber bisher ein Spiel weniger absolviert.

Das waren aber für Rachel und Akiko (noch) keine Überlegungen. Zusammen mit den rund 25 Japanern in der Halle freuten sich die beiden einzigen japanischen Baden Rockets-Mitglieder über den Sieg ihrer Bisons. Wobei das Spiel für die beiden Fanclubmitglieder aus Nippon Abschluss einer ganz besonderen Woche war.
Mit dem Spiel gegen Friedrichshafen beginnend, hatten sie in 8 Tagen zwei Masa-Spiele, eine Bühltour mit Burg Windeck-Besichtigung, Baden-Baden, das Treffen mit Fanclubmitgliedern, die Reise nach München mit obligatorischem Schloß Neuschwanstein- und Hofbräuhaus-Besuch, Abholung von Yanagidas Mutter am Frankfurter Flughafen und Besuch eines Handballspiels in der SAP-Arena Mannheim mit dem Bisons-Team, den Hexenball im Eisental mit Speckeier-Frühstück um 3 Uhr morgens am Samstag und den Fasnet-Umzug in Weitenung mitgenommen. Diana Wolf vom Fanclub war begeistert: "Es ist der Wahnsinn, was die beiden für eine Energie und gute Laune haben. Und wie sie Masa verehren, das ist unvorstellbar. Beide sind über 40 Jahre alt und freuen sich über jede Kleinigkeit wie 15jährige Groupies."

Sasha Dmytriiev konnte mit den Bisons das klare 3:0 bejubeln

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