Vorbereitungsturnier in Chaumont

03.10.2017

Frankreich 2.0: Anstrengendes Wochende für die Bisons in Chaumont

Es war klar, dass es ein hartes Wochenende werden würde. Nach gerade 3 Tagen in der „Heimat“ verließen die Bisons am vergangenen Freitag um 08:00 Uhr Bühl in Richtung Frankreich. Durchaus erfolgreich war die Reise nach Italien gewesen, aber Reisestress und 3 Spiele mit 14 Sätzen von Donnerstag bis Sonntag: Das hatte die Bisons ausgelaugt und der eine oder andere war auch etwas grippegeschwächt. Komplett war das Team ebenfalls nicht, denn Diagonalangreifer Iurii Kruzhkov musste mit Problemen an der Achillessehne in Bühl bleiben. So fehlte er zwar dem Team, konnte aber Freitag und Samstag weiter im Rehazentrum Rastatt behandelt werden.
Still war es im Bus nach Chaumont, während Busfahrer Michael Reiss wie immer souverän und sicher die schlafenden Bisons in die französische Region Grand Est (Alsace Champagne - Ardennes Lorraine) kutschierte. Gegen 13:00 Uhr checkte die Mannschaft ein, danach um 15:00 ein kurzer Snack. Dann wartete auch schon mit der tunesischen Nationalmannschaft die erste Herausforderung auf die Bisons.

Tunesien - Bühl 3:0 (25:19 / 25:17 / 25:16)
Leider kamen die Bisons von Anfang an gegen Tunesien nicht in die Gänge. Das Spiel wirkte von Anfang bis Ende müde. Wobei es nicht an der Motivation lag, immer wieder blitzte etwas vom bisher gezeigten Bisonsfeuer auf. Das reichte aber bei weitem nicht gegen bestens aufgelegte Tunesier, entsprechend war nach drei Sätzen Endstation für müden Bisons (25:19 / 25:17 / 25:16). Nach einem kurzen Abendessen legte sich die Herde zur Ruhe, um Energie für Tag 2 zu tanken.

Bühl - Nantes 3:2 (19:25, 25:22, 20:25, 25:23, 15:12)
Im ersten Satz wirkten die Bisons deutlich wacher als am Vorabend. Bis 12:13 konnten die Mannschaft gegen Nantes mithalten, dann setzten sich die Franzosen ab und bauten ihren Vorsprung auf 14:18 aus. Auch wenn die Bisons dagegen hielten, zu viele Eigenfehler trugen zum ersten Satzverlust von 19:25 bei. Satz 2 lief fast ab wie der erste Durchgang, bei 11:10 gingen die Bisons dann aber in Führung und bauten diese auf 16:12 und 20:16 auf. Kleine Unkonzentriertheiten brachten Nantes wieder auf 20:18 heran. Jetzt waren die Bühler aber konsequenter, den ersten Satzball gaben sie bei 24:21 noch ab, dann aber machte Anton Qafarena den Sack mit einem Hammer auf der Diagonalen zu und holte den Satz für die Bisons (25:22). Wieder startete der neue Satz wie die beiden Vorgänger: Dann bei 12:12 verloren die Bisons an Boden, Nantes schaffte es abermals, seinen Vorsprung auf 15:20 auszubauen. Die Bisons gaben alles, aber es wollte nicht so richtig werden. 19:23, dann Satzball bei 20:24 für Nantes. Der erste wurde noch abgewehrt, dann fackelte Nantes nicht mehr lange und schloss den Satz mit 20:25 für sich ab. Die Bisons standen einmal mehr 1:2 mit dem Rücken an der Wand und mussten sich auf ein langes Spiel einstellen.
Anscheinend ist dies aber so der Stil, der den Bühlern gut liegt: Das Team startete konsequent und ging mit 8:5 in die erste Pause. Nantes kämpfte sich in der Folge auf 12:9 heran, aber in der zweiten technischen Auszeit konnten die Zwetschgenstädter ein 16:11 für sich verbuchen. Nantes legte einen Zwischenspurt ein und auf einmal waren es nur noch 2 Punkte, die Bühl und Nantes trennten (17:15). Es bliebe eng für beide Teams: 18:17, 19:18, dann verschaffte Corbin Balster mit dem 21:18 Bühl etwas mehr Luft. Die Franzosen ließen aber nicht locker und schafften bei 21:21 den gefährlichen Ausgleich. 23:22, dann 24:23, das Spiel drohte zu kippen, ehe ein erleichtertes Bühler Team den 25.Punkt machte und damit den Weg in den fünften Satz öffnete (25:23).
Nantes und Bühl, beide Teams schenkten sich nichts und daher war es kaum verwunderlich, dass bis zum 4:4 kein Team einen Vorteil erringen konnte. Dann kurze Schrecksekunde: Bühl verlor 2 Punkt in Folge, Headcoach Wolochin nahm eine Auszeit. Bühl nutzte die Erholungspause, um sich wieder zu berappeln, 6:6. Mit einem hauchdünnen 8:7 für sich wechselten die Bisons die Seiten und von da an blieben sie konsequent: der Vorsprung konnte sogar auf 12:9 ausgebaut werden, dann auf 13:10. Nach einer verwirrenden Schiedrsichter-Entscheidung und anschließender hitziger Diskussion unter dem Netz war Nantes dann wieder bis auf 2 Punkte herangekommen (14:12), den 15.Punkt verwandelte aber Masahiro Yanagida sicher zum Satz- und Matchsieg (15:12).
Sicher war das Spiel keine Topleistung der Bühler, vor allem nicht im Vergleich zur Vorwoche in Italien. Dennoch bleibt festzuhalten, dass die Bisons trotz einer gehörigen Müdigkeit in den Beinen wieder einen 1:2 Rückstand aufgearbeitet hatten und über den erfolgreichen vierten Satz die Grundlage für den siegreichen Abschluss legen konnten.

Chaumont - Bühl 3:0 (25:18 / 25:17 / 25:16)
Mit einem dezimierten Kader traten die Bisons am Sonntag gegen den französischen Meister Chaumont an. Die Vorzeichen waren nicht günstig: Magloire Mayaula fehlte grippegeschwächt in der Mitte und bei Masahiro Yanagida zwickte die Wade. Auch hier erschien das Risiko zu groß, ihn in einem Trainingsspiel einzusetzen. Damit lag die volle Last von Anfang an auf den jungen Spielern Balster und Orthmann (Außen), Schmidgall (Zuspiel), Qafarena (Diagonal) sowie Goralik (Mitte). Mittelblocker Pettersson und Libero Tomas Ruiz waren als Nummer sechs und sieben die erfahrensten Spieler auf dem Feld. Dem gegenüber stand ein wahres Bollwerk internationaler Stars: Gonzalez leitete wieder das Spiel der Franzosen, unterstützt von Nationalspieler Boyer und den weiteren Krachern Lima, Rodriguez und Mijailović. Bis 8:6 konnten die jungen Bisons im ersten Satz mithalten, dann begann das ständige Aufschlag- und Angriffsgewitter der Franzosen Wirkung zu zeigen und Bühl verlor an Boden (10:7, 13:10). Zwischendurch aber immer wieder spektakuläre Abwehraktionen von Libero Tomas Ruiz und sehenswerte Angriffe der Achse Balster, Orthmann und Qafarena. Bei 14:12 war die Hoffnung wieder da, dann legte Chaumont einfach eine Schippe drauf und enteilte zum 16:12 in die technische Auszeit. Danach attackierte Chaumont unvermindert das Bühler Team: bei 19:13 nahm Headcoach Wolochin noch eine Auszeit. Die Bisons näherten sich der 20er-Marke, aber mit einem krachenden 25:18 machte Chaumont den Satz zu. Die Bisons hatten wohl in der Pause entschieden, dem französischen Meister Paroli zu bieten, mit einem 0:3 ging es mit Aufschlägen von Balster gleich in Führung und bei 6:8 wirkte Chaumont nicht mehr ganz so mächtig wie zu Beginn. Auch nach der Auszeit führten die Bühler knapp bis 13:14, dann war wieder Chaumont dran und drehte mächtig auf. Bei 16:14 waren die Franzosen wieder vorne und bauten die Führung bis 20:17 aus.
Dennoch, die Bisons gaben nicht auf und stemmten sich gegen das Meisterteam. Dann kam aber Mijailović auf Seiten Chaumonts an den Aufschlag. Mit extrem harten Aufschlägen zerlegte Mijailović die Annahme der Bisons und beendete schließlich mit seinem fünften Service den Satz (25:17). Trotz eines ausgeglichenen Starts in Runde drei war es unmöglich, ohne die Angreifer Kruzhkov, Mayaula und Yanagida das Team von Chaumont in den Griff zu bekommen.
Bis 13:11 zeigte das Bühler Team eine respektable Leistung gegen die französische Übermacht. Danach bewiesen die Gastgeber ihre internationale Überlegenheit und bauten die Führung auf komfortable 18:14 aus. Immer wieder waren es die Aufschläge, die Bühl unter Druck setzte und den Spielaufbau phasenweise unmöglich machte.
Chaumont zeigte sich wenig großzügig, Gastgeschenke zu verteilen, und gab im letzten Abschnitt des Spiels gerade mal noch 2 Zähler ab, bevor es mit 25:16 und überragend deutlich das Spiel abschloss.

Sicherlich war das Spiel von allen Vorbereitungsspielen das härteste Match, wenn auch die erschwerten Bedingungen auf Bühler Seite eine nur unzureichende Standortbestimmung ermöglichten.

Nach der Siegerehrung und einer schnellen Dusche ging es dann auch schon wieder zurück in die Heimat, die Rückreise am Sonntagabend konnte dank Busfahrer Michael Reiss dann schlafend zurückgelegt werden.

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