VC KAMMACHI sichert sich souveränes 3:0 über Gastgeber TV Bühl IV und Vizemeisterschaft

18.03.2018

VC KAMMACHI-Chef Achim Kammerer und Mr. 100% auf der Diagonalposition seines Teams weilte an diesem letzten Spieltag in Denver. Dank Facebook hatte er ab 14:15 Uhr aber alles live im Blick. Er sah erst einen Fehlstart, danach lief aber der V8 Motor des VCK und zog bis zum 3:0 geschmeidig durch (Heimspieltag TV Bühl IV, Neue Sporthalle; 21:25/18:25/15:25; 61min; 97 Zuschauer).

Nicht nur über das klare Spielergebnis konnte sich Kammerer freuen. Dank der Ankündigung auf Facebook, dass man die Begegnung in der KAMMACHI-Bezirksklasse live übertrage, schalteten doch sage und schreibe über 1.000 vor allem japanische Zuschauer ein. Bisons-Geschäftsführer Manohar Faupel brachte es auf den Punkt: „Wahrscheinlich könnten wir eine Wolke über Bühl filmen und online stellen. Dank Masahiro Yanagida interessieren sich die japanischen Fans auch für die Bezirksklasse in unserem Club. Andererseits waren heute reihenweise Akteure der Bühler Bundesliga am Start.“
Faupel meinte im Besonderen Bisons-Headcoach Ruben Wolochin, der beim VCK den etatmäßigen Zuspieler gibt, und mit Christoph Zimmer trat der LED-Banden-Verantwortliche auf der Diagonalen an. Oliver Stolle als erster Schiedsrichter und Ralf Oser auf Seiten der Bänke und des Schreibertisches waren mal nicht als Hallensprecher und E-Scorer wie in der Bundesliga präsent. Faupel fügte sich als VCK-Libero bestens in dieses Bundesliga-Kunterbunt ein.
Auf der Gegenseite standen mit Vladimir Rakic als Trainer der vierten Herrenmannschaft viele Jahre an internationaler Erfahrung, als Bundesligaspieler und Jugendtrainer beim Heimatvereins der Bisons. Rakic startete seine Volleyball-Karriere bei Partizan Belgrad, spielte auch in Frankreich und kam 2006 zu evivo Düren. Mit Düren wurde er im selben Jahr Vizemeister der Ersten Liga Männer und 2009 Vize-Pokalmeister.

Phase 1: Sich finden und Ruhe ins Spiel bringen

Die starting six des VCK mit Christoph Kamm (Mitte), Ruben Wolochin (Zuspiel), Thomas Föckler (Außen), Björn Peters (Mitte), Christoph Zimmer (Diagonal), Meik Peters (Außen) und Manohar Faupel (Libero) brauchte satte vier Annahmen, um ins Spiel zu starten. TVB- Zuspieler Lukas Oster verbreitete mit seinen Flatter-Aufschlägen Nervosität und der Annahmeriegel des VCK wackelte gehörig. Der Bühler Lokalkonkurrent der Bisons sortierte sich aber in dieser Zeit und danach hatte der Bisons-Nachwuchs nicht mehr viel zu melden. Aus einem 4:0 für den TVB wurde ein 6:7 und Headcoach Vladimir Rakic nahm seine junge Truppe während der Auszeit ins Gebet.

In der Folge agierten die Mannschaften mehr und mehr auf Augenhöhe, der TVB punktete über seine variablen Aufschläge und über die wiederholt kurzen Bälle auf 3m. Der VCK wiederum konnte sich trotz mancher Annahmeschwäche im Angriff durchsetzen. Bei 12:16 holte Rakic sein Team nochmals vom Feld, denn Wolochin hatte mit seinen fünf platzierten, knapp über das Netz gezogenen Aufschlägen die Jungbisons mächtig durcheinandergebracht.

Immer wieder auffällig, dass die Abwehr des VCK oft zu lang stand und ihm der Ball wiederholt „reingemurmelt“ wurde. Bei beiden Mannschaften waren die Diagonalpositionen an diesem Tag auch nicht entscheidend. Der VCK konnte Zimmer nicht richtig einsetzen, da die Annahme zu inkonstant war, beim TVB hingegen landete das Zuspiel zu weit außen und seitlich der Antennen und musste dann als Dankeball zum VCK gespielt werden. Nach 22min beendete ein solcher Ball, der nicht mehr das Netz überquerte, den Satz eins, 21:25 aus Sicht des TVB.

Phase 2: Routinen entwickeln

Martin Jaenicke ersetzte den mit Knieproblemen gehandicapten Föckler auf Außen und Christoph Kamm startete wie in Satz eins mit einer Viererserie, dieses Mal aber für die Gäste. Da hatte Rakic seine Mannschaft schon per sehr früher Auszeit instruiert (0:3).
Während der VCK sein Spiel nun immer variabler aufzog und Björn Peters sich über die Mitte zum Pointmaker entwickelte, suchte der TVB sein Glück vor allem und zu häufig über die Außenposition. Dort machte Jamie Neale mächtig Druck, aber er allein konnte den TVB nicht ziehen. Auch stellte sich die Abwehr des VCK immer besser auf den Hauptangreifer ein und auch die zweite Auszeit von Rakic bei 10:15 konnte das Spiel nicht mehr drehen.
Wie ein Uhrwerk lief noch die Mechanik des Spiels nun ab, das Momentum lag eindeutig beim VCK. Nach nur 19min machten die Gäste „den Sack zu“ (25:18), aber es brauchte noch den dritten Satz, um die Vizemeisterschaft im Fernduell gegen den TSV Knittlingen zu sichern.

Phase 3: Leistungseinbruch und starke Rückkehr

Der dritte Durchgang ging zwar auch über 20min, aber das 15:25 zeigte, dass der TVB mit seinem deutlichen Leistungsabfall kämpfte. Beim VCK hingegen markierte das erste Drittel des Satzes die stärkste Phase der Gäste: Bei 2:2 ging Jaenicke an den Aufschlag, erst bei 9:3 wechselte der Aufschlag zum TVB zurück; die Auszeit von Rakic bei 2:5 hatte da keinen echten Effekt.
Platzierte Aufschläge und ein wacher Block sorgten für den komfortablen Vorsprung beim Gast. Der Block hatte es aber auch wirklich nicht zu schwer, da die TVB-Pässe alle auf die Position 4 gingen und dort kamen die Außenangreifer mit dem Druck nicht besonders gut zu Recht. Wie zur Bestätigung dann der Punkt zum Aufschlagwechsel: Oster gibt den Pass über Kopf auf die Zwei und prompt macht der TVB den Punkt zum 3:9.

Dann folgte der Abschnitt, in dem der VCK seinen kompletten Vorsprung einbüßte: gut gespielte TVB-Aufschläge ließen die Annahme einbrechen und die Angreifer beim VCK versuchten mit zu viel Druck dieses Manko zu kompensieren. Die Konsequenz: reihenweise gingen die Angriffe ins eigene Netz oder unbedrängt hinter der TVB-Grundlinie ins Aus. Spielerkapitän Föckler nahm bei 9:8 eine Auszeit und brachte sein Team wieder herunter.
Auf einmal war die Schwächephase vorbei: über 11:9, 14:10, 17:11 und 20:13 baute der VCK seinen Vorsprung wieder aus und dieses Mal wollte die KAMMACHI-Gang nichts mehr anbrennen lassen. Daran konnte auch die zweite Auszeit beim TVB (10:16) nichts mehr ändern. Auf Seiten des VCK kam bei 20:11 Föckler für Jaenicke wieder ins Spiel und lieferte vor allem im Aufschlag seine Punkte ab. Und am Ende blieb es Routinier Meik Peters überlassen, mit einem platzierten Schlag das Spiel mit 25:15 im dritten Satz abzuschließen.

Stimmen zum Spiel:

Trainer Herren 4 Vladimir Rakic, TV Bühl: „Glückwunsch an das gegnerische Team, sie haben konsequent gearbeitet. Meine Mannschaft ist noch jung und uns fehlen noch die Standards. Und für eine bessere Passverteilung brauchen wir Stabilität in der Annahme.“
Zuspieler Ruben Wolochin, VC KAMMACHI Bühl: „Für das, was wir trainieren [A.d.R.: quasi gar nicht], freue ich mich über die gute Saison. Jetzt sind wir bereit für die Bezirksliga.“
Mittelblocker/GOLD MVP Björn Peters VC KAMMACHI Bühl: „Ich wollte heute unbedingt MVP werden. Dafür musste ich dem Zuspieler manche Bälle klauen und selber zuspielen. Natürlich bin ich eine geile Socke, aber für Fernsehpräsenz in Japan muss man manchmal auch über seinen eigenen Schatten springen. Bescheidenheit ist nett, aber davon kann ich mir nix kaufen.“

Diagonalspieler/Social Media Manager Christoph Zimmer, VC KAMMACHI Bühl: „Für die Relegation muss ich jetzt mit Sky sprechen. Wir brauchen jetzt eine weltweite Ausstrahlung in der Relegation.“
CEO Achim Kammerer, VC KAMMACHI Bühl: „Leider war ich bei unserem letzten Spieltag nicht dabei. Ich habe das Spiel live verfolgt und habe mich über die massive japanische Präsenz auf Facebook gefreut. Tolle Leistung des VCK, jetzt sind wir optimal vorbereitet für die Relegation.
Die Einnahmen aus den heutigen TV-Rechten sind gigantisch, damit können wir noch weitere Top-Spieler für nächste Saison holen. Bundesliga, Champions League, alles ist möglich für den VC KAMMACHI. Keine Angst vor dem großen Denken!“

Nach einer tollen Bezirksklasse-Saison sind die VC KAMMACHI-Spieler bereit für den Aufstieg. Bildrechte: Thomas Föckler Bildoptimierung: Zimmer Bildstudio Magic, Bühl

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