Reden hilft: Bisons einigen sich mit Tim Stöhr

27.04.2018

Es hatte von allen Beteiligten in den letzten drei Wochen viel Gesprächsbereitschaft verlangt. Am Ende zahlt sich diese Geduld aus: Tim Stöhr hat als siebter Spieler für das dritte Jahr unterschrieben und zeigt sich zusammen mit den Gesellschaftern sehr zufrieden über das Ergebnis.

Stöhr bekam 2016/17 seine Chance bei den Bisons, die den jungen Wilden trotz der bekannten Schulterprobleme verpflichteten. "Unser Ziel war es, Tim aufzubauen und zu entwickeln. Wir haben in den letzten beiden Jahren gemeinsam viel Zeit und Energie aufgewendet, um ihn vor allem nach der Schulter-Operation im Sommer 2017 wieder zu integrieren. Sportlich sehen wir sehr wohl eine Entwicklung, aber mit den Spielanteilen und Ergebnissen in 2017/18 waren er und auch wir nicht zufrieden." skizzieren Achim Kammerer und Manohar Faupel von der Bisons-Geschäftsführung die Ausgangslage für die Gespräche seit Anfang April.

Die Gründe für die wenigen Spielanteile seien naturgemäß von den Beteiligten unterschiedlich ausgelegt worden und das Fragezeichen bei Stöhr von Seiten der Gesellschafter sei schon ein deutliches gewesen. Daher war ein Votum erforderlich, ob die Bisons die Option auf das dritte Jahr nutzen oder verfallen lassen. Dass in dem Pressegespräch Anfang April Stöhrs Leistung nicht deutlich genug dargestellt worden sei, habe sicher nicht zur schnellen Entscheidung beigetragen. "Tim hat 2016/17 als Libero-Ersatz einen sehr guten Job gemacht und hat sich nach der Operation im letzten Sommer zurückgekämpft. Er gehört auch zu den Spielern, die der Mannschaft abseits vom Spielfeld ein sehr positives Gesicht geben." unterstreichen beide Geschäftsführer das Engagement des 21jährigen Schwaben. "Aber wir brauchen ihn als einen vollwertigen Außenangreifer und dazu gehört mehr Verantwortung als Spieler auf dem Feld."

Für Tim Stöhr war es eine harte Geduldsprobe und der auch sonst extrovertierte und für seine Späße bekannte Villingendorfer bekennt freimütig: "Ich war schon enttäuscht, dass ich für die neue Saison in Frage gestellt wurde." Er habe fest mit der Option auf das dritte Jahr in Bühl gerechnet, das Feedback der Bisons sei daher eine kalte Dusche gewesen. Er sei aber die Herausforderung angegangen und habe für seinen Platz im Kader gekämpft. "Ich liebe Bühl und ich möchte gerne hier bleiben. Und ich möchte mir und allen anderen beweisen, dass ich jetzt voll angreifen kann und werde."

Die Sorge, ob er die Chance dafür bekommt, ist jetzt vom Tisch, mit Manohar Faupel und Stefan Zachmann wurde eine einvernehmliche Lösung gefunden. Zachmann sieht seine Aufgaben als Gesellschafter pragmatisch und auch Parallelen zum "normalen" Arbeitsmarkt: "Beide Seiten wollen ja miteinander und sollen sich am Ende finanziell im Vertrag wiederfinden. Da muss man sich Zeit nehmen, überlegen, Gegenangebote vorlegen und dann zu Kompromissen bereit sein. Das Ergebnis liegt wie so oft auch hier in der goldenen Mitte."
Headcoach Ruben Wolochin begleitete das Ringen beider Seiten mit Spannung und zeigt sich ebenfalls sehr zufrieden über der Einigung mit seinem Außenangreifer: "Tim ist ein Spieler, der sich um die Mannschaft kümmert und auch im Verein ein Aushängeschild ist. Natürlich will ich ihn auch sportlich behalten, denn er kann ein sehr guter Spieler werden. Dass er mit seinen Einsätzen letzte Saison nicht zufrieden war, das habe ich auch gemerkt. Aber es braucht alles Zeit, ich denke, in 2018/19 kann er beweisen, dass er soweit ist."

Mit Mario Schmidgall, Anton Quafarena, Corbin Balster, Felix Orthmann, Tim Stöhr, Yannick Goralik und Tomas Ruiz bekommt das Bisons-Gesicht für die kommende Saison schon deutliche Konturen. Die sieben jungen Spieler aus 2017/18 stehen für das Ziel Kontinuität und Qualität bei der Kaderplanung. "Wir können im August mit einem deutlich höheren Leistungsstand einsteigen und viele Routinen übernehmen. Damit gewinnen wir Zeit und diese können wir in die Optimierung der Vorbereitung stecken." freut sich Wolochin. Auch Kammerer und Faupel sind zufrieden: "Es bringt uns mehr Qualität für das Team, mehr Identität für den Verein und seine Fans und erleichtert die Arbeit für Trainer, Management und Verwaltung enorm. Es liegt noch viel Arbeit vor uns, aber wir werden uns weiter steigern und freuen uns über diese Entwicklung."

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