Emotionaler Abschied für den „King of Volleyball“

24.04.2018

„Old Stars“ der Bisons kamen für ein letztes Spiel mit David Molnar am Sonntag noch einmal nach Bühl. Von unserer Mitarbeiterin Katrin König.

Bühl. Ein Spiel mit früheren Bisons, die das Spielfeld einst mit ihm geteilt haben: Das hatte sich David Molnar, von 2009 bis 2016 Libero und seither Team-Manager der Volleyball-Bisons des TV Bühl, zu seinem Abschied gewünscht – und das bekam er, der beliebte Ungar, quasi in letzter Sekunde vor der Geburt seines zweiten Kindes und selbst glücklich wie ein kleiner Junge inmitten der „Old Stars Back Home“. Trotz des heißen Wetters, das am Sonntag wenig zu einem Aufenthalt in stickiger Hallenluft lud, hatte Wolfgang Lorenz vom TV immerhin 217 Besucher in der Sporthalle gezählt – genug, um den trommelnden Fan-Club der „Baden Rockets“ rund um Dieter Habich lautstark zu unterstützen. Da auf der anderen Seite des Spielfeldes die Youngsters agierten, sprich das aktuelle Team der Bisons, hatte das Kopf-an-Kopf-Rennen eine besondere Note: Nie wurde so ganz klar, für wen das Publikum eigentlich lauter jubelte oder auf wessen Seite sich das Moderatoren-Team sah (Dennis Prasetyo und Oliver Stolle); nur die Rockets hatten sich dezidiert für das Molnar-Team der „Allstars“ entschieden: „Wir kennen die alle von früher noch“, so ein strahlender Dieter Habich. Richtig Spaß hätten die heute, so sein Fazit.

Ja, Spaß. Ein verrücktes, spaßiges Spiel, über das einige Momentaufnahmen sehr viel aussagen. Zum Beispiel, dass alle „Stars“, von Vladimir Rakic über Thiago Welter bis hin zu Joel Bruschweiler, die Nummer elf und Molnars Namen auf dem T-Shirt tragen, was bizarr wirkt und den Moderatoren bei den Spielerwechseln Steilvorlagen bietet: „Für die Nummer elf, Matthias Pompe, kommt ins Spiel die Nummer elf, Kai Vogel.“ „Und hier unsere Nummer elf, der King of Volleyball, David Molnaaaaar …“. Der „Trainer“ der Stars wird vom Moderatoren-Duo liebevoll gepiesackt („Steffen Habich bekommt kalte Füße“), ebenso der erste Schiedsrichter („Eine weitere Fehlentscheidung …“) und, sonnenklar, David Molnar: „Was war denn das, David?! Da bricht das Alter durch.“ Das Spiel gerät zur Comedy, in der Trainer (sogar der „Chef“ der Bisons, Ruben Wolochin) sich unvermittelt in die Reihen der Spieler mogeln, der „kurze“ Libero Tomas Ruiz im Zuspiel positioniert ist, David Pettersson „sich bei den Bisons auf das Spielfeld geschlichen hat“ (Zitat Prasetyo) oder Molnar den Schiedsrichter mit Getränken zu bestechen versucht.

Zugleich ergeben sich ungleich schöne, lange Ballwechsel, wobei es beinahe dem Zufall überlassen scheint, wer den Punkt für sich entscheidet. In den Pausen amüsiert sich Molnar auf andere Weise: Er schießt mit der Ballmaschine Bälle heraus (und schaut dabei aus wie an Weihnachten)m oder er spielt mit Sohn Dominik – hm, tja – Fußball. Das Finale, kurz vor dem letzten Punkt im vierten Satz, nach dem die Allstars als 3:1 Sieger feststehen werden, ist ein emotionales, TV-trächtiges Spektakel aus stehenden Ovationen für den gerührten Molnar (umringt von „seinen“ Beifall klatschenden Volleyballern), Umarmungen, Dankesworten etwa von den Moderatoren, von Funktionären und Sponsoren, allerlei Präsenten und hyperaktiven „Paparazzis“. Die wichtigsten Worte spricht jedoch Molnar selbst, „Player of the Game“ wie wohl nie zuvor: „Ich habe in Bühl unglaubliche Unterstützung und Liebe erfahren. Ich hoffe, ich konnte ein bisschen davon zurückgeben.“ Alles, was darüber hinaus noch gesprochen wird, ist letztlich nur eins: eine Bestätigung dieser Hoffnung.

Ein ausgelassener David Molnar beim Schießen von Bällen mit der Ballmaschine in einer Spielpause. Foto: König

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