Eine Achterbahnfahrt der Gefühle

07.01.2021

So könnte die Überschrift der Bisons für das Jahr 2020 heißen, sowohl sportlich als auch rund um das Thema Corona-Pandemie.

Mit der Hypothek einer 3:0 Pleite gegen den Tabellenletzten aus Eltmann gingen die Bisons angeschlagen auf dem vorletzten Tabellenplatz in das neue Jahr. Dort sollte sich vieles ändern, allerdings blieb der Erfolg vorerst aus, sodass Trainer Johan Verstappen aufgrund des sportlichen Misserfolgs und der akuten Abstiegsgefahr verabschiedet wurde. Sein bisheriger Co-Trainer Alejandro Kolevich übernahm das Ruder bei den Bisons. Infolgedessen zeigte sich die Bühler Mannschaft formverbessert und konnte mit der Unterstützung des Hexenkessels das Heimspiel gegen Giesen 3:1 und das Derby gegen den TV Rottenburg 3:0 für sich entscheiden. Dies war im Übrigen der einzige 3:0 Sieg der Bisons in der gesamten Saison. Das Highlight der Saison war allerdings die 1:3 Heimniederlage gegen die BR Volleys. Nicht wegen der Niederlage, sondern wegen einem Satzgewinn und sogar der Chance auf mindestens einen Punkt gegen das Starensemble aus Berlin. In Satz vier zeigten die Bisons Nerven, verspielten dennoch eine 24:21 Führung und mussten sich mit 24:26 geschlagen geben. Mit der folgenden Niederlage in Düren waren die Bisons sportlich abgestiegen.

Mit dem sportlichen Abstieg brach auch die Corona-Pandemie über den Volleyball her. Das letzte Spiel gegen Eltmann wurde abgesagt und die Liga abgebrochen. Aus dieser Situation gingen die Bisons als „Lucky Loser“ (Manager Oliver Stolle) hervor, da die VBL festlegte, dass es keine Regelabsteiger geben würde. Für die Bisons eine zweite Chance. Doch lange war nicht klar, ob Bühl weiter in der ersten Liga verbleiben würde. Viele Sponsoren zögerten und kürzten ihr Sponsoring. Auch die Ligakonkurrenten aus Rottenburg, Eltmann und die AlpenVolleys zogen sich aus der ersten Liga zurück. Doch am 8. April stand fest. „Wir planen mit der ersten Liga, allerdings kennen wir heute noch nicht die Höhe unseres Budgets“ (Manager Oliver Stolle). Dies kann in der Nachbetrachtung als Turnaround angesehen werden. Mit dem Konzept einer starken Starting-Six und insgesamt 9 Profispieler, aufgefüllt mit Spielern der zweiten Mannschaft und externen Jugendspielern, ging es mit einem auf Kante genähten Konzept in die Kaderplanung. Viele langjährige „Bühler“ wie Mario Schmidgall oder Felix Orthmann mussten sich verabschieden. Auch der Topspieler Gregory Petty war nicht zu halten. Wichtige Zeichen waren in dieser Zeit die Verlängerung mit dem Kapitän Alpár Szabó, sowie der zwei Publikumslieblinge Tim Stöhr und Stefan Thiel. Die Neuzugänge der Bisons waren dabei als Coup zu betrachten. Mit Rückkehrer Florian Ringseis und Neuzugang Niklas Kronthaler profitierten die Bisons vom Rückzug der AlpenVolleys, dazu konnte der Argentinier Tomás López, mit Erfahrung aus Spielzeit in Italien, verpflichtet werden. Mit Paul Henning und Mathäus Jurkovics wurden zwei entwicklungsfähige junge Spieler dazu genommen. Die restlichen Kaderplätze wurden mit internen Jugendspielern wie Eric Storz und Externen wie Luciano Aloisi vergeben. Mit diesem Kader startete das junge Team in die Saison. Auch außerhalb des Spielfeldes war es in der Geschäftsstelle der Bisons turbulent. Die neuen Trikots wurden entworfen, die Mannschaft mit Ausrüstung ausgestattet, Gespräche mit Sponsoren getätigt und vor allem ein Hygienekonzept für den Trainings- und Spielbetrieb entwickelt. Keine leichte Aufgabe, da sich die Umstände und Verordnungen ständig änderten. Aufgrund dieses Hygienekonzeptes entschieden sich die Bisons im weiteren Verlauf ein Ticketingkonzept zu entwerfen und den Dauerkartenverkauf schweren Herzens auszusetzen, da laut des Konzeptes nur 350 Zuschauer in der Großsporthalle zugelassen wurden. Eine bis heute weise Entscheidung. Mit bis zu 100 Zuschauern tasteten sich die Bisons an das Hygienekonzept bei Testspielen heran und konnten Erfahrungswerte sammeln. Auch sportlich konnte Bühl für Achtungserfolge sorgen. So schlug die Bühler Mannschaft die powervolleys aus Düren mit 4:0. Des Weiteren wurde die Digitalisierung bei den Bisons vorangetrieben. Mit der neuen Bisons Fan-App erhalten Fans alle Infos rund um die Bisons in einer App, dazu kommt das digitale Bisons-Blättle, welches die Informationen des Spieltagsflyers zu allen Heimspielen enthält, sowie die Kommentierung der Spiele auf Sporttotal.tv durch einen Kommentator und einen Experten. Dieser kurze Einblick zeigte, dass es auch während der Pause viel zu erledigen galt.

Endlich war die Vorbereitung vorbei und die Bisons starteten mit einer Auswärtspartie in Lüneburg. Mit einem 1:3 Auswärtssieg startete die Mannschaft um Headcoach Alejandro Kolevich in die Saison. Der erste Sieg in Lüneburg seit 2015! Mit diesem Sieg im Rücken ging es im leeren Hexenkessel gegen den haushohen Favoriten aus Berlin. Die Bisons mit Biss und der Gewissheit, den Berlinern alles abzuverlangen machte sich bezahlt. Der neutrale Zuschauer rieb sich verwundert die Augen über eine 2:0 Satzführung für Bühl. Am Ende stand ein fabulöser 3:1 Sieg gegen die BR Volleys, die damit seit 545 Tagen wieder ein Spiel verloren. Nach zwei weiteren Siegen gegen Unterhaching und in Königs-Wusterhausen stellten die Bisons einen Startrekord in ihrer Vereinsgeschichte auf. Vier Siege aus vier Spielen. Erst gegen Ende November beendeten die GRIZZLYS Giesen die Siegesserie der furios gestarteten Bisons mit einem 2:3 Tie-Break Sieg. Das positive an der Niederlage war, dass mit dem Punktgewinn die Bisons in der bereinigten Tabelle erstmals alleiniger Tabellenführer waren. Ein weiterer Meilenstein für das junge Team. Doch dieser Tie-Break Sieg stoppte nicht nur die Siegesserie, sondern auch das Momentum der Mannschaft. Es folgten darauf das Pokal-Aus gegen die United Volleys Frankfurt, die Niederlagen in Herrsching, Friedrichshafen, Frankfurt sowie Zuhause gegen Düren. Einzig ein 3:1 Heimsieg gegen den VCO Berlin sprang aus den letzten sechs Partien heraus. Im Vergleich zu Beginn des Jahres ist die Bühler Mannschaft dennoch viel gefestigter als in der vergangenen Saison. So präsentierte sich das Team in fast allen Sätzen gegen die angesprochenen Gegner auf Augenhöhe. Doch immer wieder schlichen sich wenn auch nur kleine Fehler ein, die das Pendel auf die Seite des Gegners kippen ließ. Für eine junge Mannschaft, wie die der Bisons sicher ein wichtiger Erfahrungswert. Dieser kann in der Rückrunde Anwendung finden, um die entscheidenden Szenen für sich zu entscheiden. Der erste Stolperstein dieser Spielzeit mit der Auswärtspartie in Unterhaching konnte mit einem 1:3 Auswärtssieg genommen werden. Mit diesem Sieg verabschiedeten sich die Bisons, die im letzten halben Jahr viele Sympathien gewonnen haben und die „großen“ Gegner wieder ärgern können, in den Weihnachtsurlaub, bevor am 21. Januar der VfB Friedrichshafen in Bühl aufschlägt und damit die erste Bewährungsprobe für die Bühler Mannschaft ergibt.

 

To be continued!

Zusätzliche Informationen und aktuelle Berichte zu den Bisons gibt es wie immer auf unserer Webseite (https://volleyball-buehl.de/) oder

bei Facebook (https://www.facebook.com/volleyballbisons/)

bei Twitter (https://twitter.com/bisonsbuehl)

bei Instagram (https://www.instagram.com/volleyballbisons/)

oder NEU in der Bisons Fan-App

Foto: Jürgen Eich

Zurück zur Übersicht