Drachengötter-Dämmerung in Frankfurt

13.01.2018

"Drachengötter" heißen in Japan die Volleyballspieler der Nationalmannschaft. Mit Masahiro Yanagida und Issei Otake treffen zwei dieser "Göttergleichen" am Sonntag in Frankfurt aufeinander.

Für beide Japaner sind große Hallen und Liveübertagungen nichts Ungewöhnliches. Masahiro und Issei sind das aus Japan gewohnt, dort, wo Volleyball auch medial einen gesellschaftlichen Status innehat, der dem deutschen Volleyballer als völlig utopisch erscheint. Und am Sonntag stehen sich die beiden Spieler der japanischen Auswahl zum zweiten Mal in dieser Saison am Netz gegenüber. Grund genug für die japanische TBS Group, aus der Fraport-Arena das Spiel live nach Japan zu übertragen. Und natürlich hoffen nicht nur Yanagida und Otake, dass auch einige Japaner den Weg in die Halle finden.

Unter dem Motto "BIG in Japan" haben die United Volleys Rhein-Main und die Volleyball Bisons Bühl in einer gemeinsamen social media-Kampagne für das Spiel geworben. Das nicht bier-ernste japanische "Telefonat" der beiden wurde mit deutschen Untertiteln aufgehübscht und soll wie das aktuelle Facebook-Titelbild der Bisons die Fans in die Arena ziehen. Für Jan Wüntscher und Henning Wegter von den United und Manohar Faupel von den Bisons ein neuer, vereinsübergreifender Weg des Ticketmarketings.

Revanche für Bühler Hinrundenspiel

Die Rückrunde der Bisons beginnt wie die Vorrunde mit einem Spiel gegen die United Volleys. Headcoach Ruben Wolochin weiß um das Potential der Frankfurter: "Wir haben mit dem neuen Team im Oktober unser Potential noch nicht abrufen können. Aber Frankfurt hat damals sehr stark und mit viel Druck gespielt. Wir werden dagegenhalten und mit einem jetzt besser eingespielten Team versuchen, das Spiel zu gestalten." Für Team-Manager David Molnar ist das Spiel durchaus offen: "Klar gehört Frankfurt zu den Top 4-Teams. Aber nicht zuletzt in Königs-Wusterhausen haben sie gegen die Netzhoppers mit 2:3 verloren. Das bedeutet, sie sind nicht unschlagbar."

Die Stimmung im Team ist gut und die Bisons sind heiß auf die Begegnung. Unterstützung gibt es wieder durch die Bühler Fans: im großen Fanbus werden rund 50 Fans nach Frankfurt reisen. Für Dieter Habich, Vorsitzenden des Fanclubs, eine Sache der Ehre. "Unsere Bisons brauchen die Fans hinter sich. Vor allem in einer solchen großen Arena ist es wichtig, dass wir mit Trommeln und Anfeuerungsrufen das junge Team unterstützen. Ich glaube, dass wir mit einer guten Annahme Chancen haben, Frankfurt unter Druck zu bringen."

Druck, der soll auch über Yanagida gemacht werden. Mit seinen Hammer-Aufschlägen hat "Hunter Masa", so sein Spitzname, sich bereits einen Namen in der Liga gemacht. Aber Wolochin macht deutlich, dass alle gefordert sind: "Wir können und wollen nicht alles über Masa spielen. Daher zähle ich morgen auf eine starke Mitte und auch auf die weiteren Außenangreifer. Anton Qafarena und Iurii Kruzhkov auf der Diagonalen werden auch Gas geben. In so einem Spiel kannst du nur Vollgas spielen, das wissen die Spieler auch."

Maskottchen Bühlson mit am Start

Und ein weiteres Ass haben die Bisons noch in der "Hufe". Aus Verdun hat sich das Maskottchen der Bisons angemeldet. Axel Vitiello hatte sich in der letzten Saison bei einem Heimspiel der Bisons das Kostüm übergestülpt. Seine gute Laune und seine Motivation blieben den Fans und Organisatoren in Bühl nachhaltig im Gedächtnis. Geschäftsführer Manohar Faupel: "Als wir überlegt haben, wer als Bühlson-Maskottchen im Pokalspiel agieren kann, sind wir sofort auf Axel gekommen. Er freut sich tierisch, dass er uns unterstützen darf. Am Sonntag trainiert er sozusagen in der Fraport-Arena und wird die Bisons anfeuern. Vor und nach dem Spiel drehen wir noch einiges Material ab, um Werbung für das Pokalfinale zu machen."

Insgesamt werde es ein gutes Spiel und eine große Show, erwartet Faupel. Große Halle, Drachengötter, Live-Fernsehen für Japan. Halt "Big in Japan", wie es die Volleyball-Fans aus dem Land der aufgehenden Sonne gewohnt sind.

Beide "Drachengötter" sind gespannt, wieviele Japaner am Sonntag in die Fraport-Arena kommen. Bildrechte: Volleyball Magazin / United Volleys Rhein-Main

Zurück zur Übersicht