Bühler Volleyball ist eine Erfolgsgeschichte

22.05.2018

TV Bühl setzt auf Jugendarbeit/ Entwicklung beruht auf Zusammenspiel verschiedener Personen. Von unserer Mitarbeiterin Katrin König Bühl (erschienen in ABB/BNN am Freitag den 18.05.18)

Die Geschichte des Volleyballs in Bühl ist – keineswegs nur mit Blick auf die Bisons – die Geschichte eines Erfolges. Gleich drei Jugendmannschaften des TV Bühl qualifizierten sich in diesem Jahr für die deutschen Meisterschaften: An den beiden vergangenen Wochenenden kehrten sie aus Mömlingen, Rottenburg und Oldenburg mit einem neunten Platz (U 16), einem siebten Platz (U 18) und einem 13. Platz (U 20) zurück.

Schon die Teilnahme sei ein Riesenerfolg, ganz unabhängig von der Platzierung, sagt Abteilungsleiter Oliver Stolle und meint weiter: „Die Kids machen das, um Spaß zu haben. Verbissenheit erleben wir nicht einmal bei den jungen Talenten, die mit einer Volleyball-Karriere liebäugeln. Und das ist gut so.“ Freilich begann der „Weg nach oben“ schon vor Jahren, als es die U-14-Mannschaft des TV Bühl 2012 zu den deutschen Meisterschaften schaffte. „Dieselben Jungs spielen heute in der U-20-Mannschaft.“ Diese Entwicklung, betont Stolle, mache ihn stolz, sei aber ohne das Zusammenspiel verschiedener Personen undenkbar: „Gute Trainer, engagierte Teammanagerinnen und Eltern, Sponsoren und wir als ehrenamtlich tätige Abteilung – anders funktioniert das nicht.“

Wenn es um Trainer geht, darf der Name Santiago García Domench nicht fehlen: Sechs Jahre lang widmete der Argentinier sich nicht nur als Co-Trainer der Bundesliga-Mannschaft, sondern auch der Jugendarbeit. Er wurde zum wichtigen Ansprechpartner für die Kinder, wusste sie zu motivieren und – gegebenenfalls – auch zu trösten. Dieses Erbe traten 2017 Leo Castellaneta und Lluis Enric Molada an (nur die Jüngsten (U 14) werden aus sprachlichen Gründen von Deutschen trainiert). Natürlich sei so ein Wechsel ein Einschnitt, und es habe Zeit gebraucht, bis die aktuellen Co-Trainer der Bisons und die Jugend sich „eingespielt“ hätten, räumt Stolle ein. „Die beiden kommen aus dem Profisport, das ist ja auch hier ihr Hauptjob. Dennoch macht ihnen das Training mit den Jugendlichen Spaß – und, wie sich zeigt, setzen sie den Erfolgskurs fort.“ In dem Kontext erinnert er daran, dass der Aufstieg in die Bundesliga 2009 die Gründung einer Spielbetriebsgesellschaft mit sich brachte, die unabhängig vom Verein agiert, zugleich aber von Verbandsseite aus verpflichtet ist, zwei Herren- und vier Jugendmannschaften vorweisen zu können. „Die Teams bestanden schon, aber diese Nachwuchsarbeit musste fortgeschrieben werden.“

Die Profi-Spieler, räumt er ein, arbeiteten auf ganz anderem Niveau und seien oft zu eingespannt, um sich den Kids zu widmen, „es gibt aber viele Berührungspunkte“: Man treffe sich am Spielfeld oder bei den Festen zum Saisonstart und -ende; Tim Stöhr und Felix Orthmann seien sogar mit nach Oldenburg gefahren. „Natürlich sind die Bisons unser großes Zugpferd.“ Auch bei den Sichtungen an Schulen sei es von Vorteil, wenn so ein hünenhafter „Bison“ präsent sei. Und nicht zuletzt dank der Bundesliga-Mannschaft sei Volleyball in Bühl ja überhaupt von einer Randsportart zum Publikumsmagneten geworden. Besonders schön, wenn auch die Ausnahme, sei, wenn „Eigengewächse“ bei den Bisons landeten. Die Chancen stehen gar nicht schlecht: „Wir haben immer wieder Jugendliche, die etwa für den Baden-Württemberg-Kader ausgewählt werden. Manchen ebnet sich der Weg zur Bundesliga und Einladungen zur Jugendnationalmannschaft gingen ein.“ Stolle hofft jedenfalls, die Anzahl von rund 50 aktiven Volleyball-Kindern weiterhin halten und ausbauen zu können.

Mit jedem Erfolg wachse indes auch die finanzielle und organisatorische Belastung, sagt er schließlich in ernstem Ton und meint damit auch die Sponsoren, ohne die die Abteilung schnell an die Grenzen des Möglichen gelänge. „Allein die deutschen Meisterschaften haben uns 9 000 Euro gekostet“, bringt er es auf den Punkt. Bei alldem stehe nicht nur der Erfolg im Fokus: „Uns geht es in erster Linie um die Kinder. Dass sie dabei bleiben können. Und weiter Spaß haben“, sagt Stolle. Bühl ist und bleibt Volleyball.

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