Bisons in Bayern: Aller guten Dinge drei

10.03.2018

Die Zahl "3" steht an diesem Samstag für vieles: im 3. Spiel der Woche wollen die Bisons 3 Punkte einfahren. Dazu soll auch der 3. Preis binnen einer Woche helfen, den gab's just am Vorabend.

Während sich die Mannschaft nach Anfahrt am gestrigen Freitag im Hotel am Ammersee gemütlich einrichtete und ihr Abendessen genoss, warteten rund 400km entfernt die Gesellschafter Andreas Bäcker und Stefan Zachmann sowie Geschäftsführer Manohar Faupel mit Spannung auf die Verleihung des Jurypreises „Mannschaft des Jahres 2017“. Diese Wahl wird neben weiteren Kategorien jedes Jahr gemeinsam vom „Badischen Tagblatt“ und der Volksbank Baden-Baden/Rastatt durchgeführt.

Bisons in Baden-Baden „Mannschaft des Jahres 2017“

Bisons-Gesellschafter Stefan Zachmann: „Es ist eine kleine, aber feine Veranstaltung. Und für uns ist es ein wichtiges Stimmungsbarometer in der Region. Wir wollen uns ja auch in die Richtung Baden-Baden und Rastatt öffnen, um neue Kundengruppen anzusprechen.“ Sein Kollege und TVB-Vorstand Andreas Bäcker ergänzt: „Der TV Bühl ist einer der größten nordbadischen Vereine mit über 2.000 Mitgliedern. Wir freuen uns immer, wenn die vielfältige Arbeit in unserem Verein auch über Bühl hinaus Anerkennung findet.“
Die gab’s dann auch um 21:35 Uhr, als die drei Vertreter für die Mannschaft die Bühne betraten: es war die dritte Auszeichnung innerhalb einer Woche, welche die Bisons entgegennehmen durften. Einige Tage vorher, am Vorabend des DVV-Pokalfinales 2018 gab es das „Goldene Händchen“ für den besten Ballwechsel in der Pokalrunde. Und „Hunter Masa“ wurde sonntags neben Wiesbadens Spielerin Kimberly Drewniok zum „comdirect player of the match“ gewählt.

Fokus auf die wichtige Begegnung in Herrsching

Für Geschäftsführer Manohar Faupel soll es dann aber auch genug sein mit „geteilten Preisen“, ebenso wie mit den geteilten Punkten der letzten beiden Hauptrundenbegegnungen. Die beiden Spiele gegen Düren und Lüneburg verlor man letzten Endes unglücklich 2:3 im heimischen Hexenkessel. „Natürlich ärgern wir uns alle über die beiden möglichen Chancen, die wir nicht genutzt haben. Allen voran die Spieler, die sich selber um die Früchte ihrer über weite Strecken tollen Arbeit gebracht haben. Sicherlich hat der Pokal da seine Auswirkungen gezeigt. Gegen Düren waren wir im ersten Satz nicht präsent und haben die Riesenchance vergeben. Am Mittwoch war die Mannschaft spürbar müde nach dem Sonntags-Event, das hat Lüneburg in die Karten gespielt.“
Jetzt Druck zu machen und vom heutigen Spieltag in Herrsching ein Muss in Form dreier Punkte zu erwarten, das sei aber nicht die richtige Strategie: „Die Mannschaft wird ihr Bestes geben, da bin ich mir sicher. An diesem Spieltag kommt es in den Parallel-Spielen Herrsching gegen Bühl und Lüneburg gegen Haching zu Vorentscheidungen bei den Tabellenständen 5-8. Wir möchten natürlich gerne die drei Punkte mitnehmen, in Herrsching braucht es aber da aber ein mutiges Spiel mit einem sehr guten Aufschlag und druckvollen Angriffen. Und die Annahme muss wieder klappen, das war unsere Achillesferse im letzten Spiel.“

Erste positive Bilanz: Eine Mannschaft geschaffen

Faupel ist jedoch nicht unzufrieden, mit Gesellschaftern und Trainern sieht er die enorme Entwicklung der neuen Mannschaft in der Saison 2017/18. Einen Playoffsplatz habe man angestrebt, was mit der sehr jungen Truppe besser geklappt habe, als man es selber erwartet hat. Auch kritische Stimmen aus dem Fanlager gab es im letzten Sommer: ob man mit gleich sechs Erstliganeulingen und einem Durchschnittsalter von 22 Jahren nicht zu viel Risiken eingehe.
Headcoach Ruben Wolochin sieht sich in seinen Entscheidungen bestätigt: „Ja natürlich sind unsere Erwartungen mit dem immer besseren Spiel der Mannschaft gestiegen und die Kurve scheint am Ende der Saison abzuflachen. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir in keinem Pflichtspiel versagt haben, alle „Muss-Spiele“ haben wir mit 3 Punkten für uns absolviert. Und wenn wir vor der Saison gesagt hätten, dass wir zweimal gegen Düren und auch in Frankfurt und gegen Lüneburg jeweils einen Punkt holen, das hätte uns niemand wirklich geglaubt.“ 28 Zähler haben die Bisons in einer seit langem nicht mehr so hart umkämpften Männer-Bundesliga vorzuweisen, das sind stolze 12 Spiele mit Punktausbeute bei aktuell 18 Begegnungen.

Faustdicke Überraschung: Die jungen Wilden im DVV-Pokalfinale 2018

Beim Thema „DVV-Pokalfinale“ müssen die Bisons-Macher dann aber doch schmunzeln. In keinster Weise habe man mit dem Finale gerechnet, gibt der Geschäftsführende Gesellschafter Achim Kammerer zu. „Erst als wir die Netzhoppers geschlagen hatten und wussten, dass es gegen Herrsching geht, sind wir aufgewacht. Wir mussten richtig Gas geben, um mit dem sportlichen Tempo mitzuhalten.“ Letztlich habe alles sehr gut funktioniert und über 1.000 Fans im „roten Block“ hätten die SAP Arena optisch und akustisch erobert.

Die Niederlage gegen Überflieger Friedrichshafen sei keine Überraschung, aber die Mannschaft habe in Satz 1 und 3 stark aufgespielt. Vor allem die Rückkehr der Bisons im dritten Durchgang sei eine tolle mentale Leistung der Mannschaft gewesen, findet Kammerer. Werbung für den Volleyball-Standort Bühl sei Mannheim gewesen und nun könne man in den Playoffs noch ein Ausrufezeichen dahinter setzen.

Nicht optimale Bedingungen gegen Herrsching / Baden Rockets mit 20 Fans unterwegs

Dass jetzt nicht alle fit sind und der harten Saison in Form diverser Wehwehchen Tribut zollen müssen, das sei nicht optimal, findet Team-Manager David Molnar. Auch habe Herrsching zwei Woche Pause gehabt, während die Bisons am Samstagabend in Spiel n°3 in dieser Woche starten. Aber das ändere nichts an der Motivation der Mannschaft, diese werde alles geben und für die besten Voraussetzungen in den Playoffs kämpfen.

Das werden auch die Baden Rockets, der Bisons-Fanclub machte sich um 09:00 Uhr mit 3 Kleinbussen auf den Weg ins bayrische Abenteuer. Sie werden wie immer ihr Team anfeuern und das sei unglaublich wertvoll, findet Joachim Stolz vom TVB-Vorstand. Er spricht als Hardcore-Fan der Bisons dem Fanclub höchste Weihen und geheimnisvolle Wirkungen zu: „Was unsere Fans leisten, ist phänomenal. Zu Hause und in jeder Halle der Liga präsent, das lassen sie sich diese Saison nicht nehmen. Für unsere junge Mannschaft ist das wie ein Aufputschmittel, aber von der erlaubten und sehr erwünschten Sorte.“
Einen Glücksbringer haben die Baden Rockets natürlich im Gepäck: Auch wenn die Mannschaft den Pokal der Sportlerehrung nicht persönlich in Empfang nehmen konnte, er wird heute nicht in Herrsching fehlen. Neben der bereits mitgereisten „Goldenen Händchen“-Trophäe soll auch er für Glanz in der „Hütte“ und in den Augen der Bisons-Spieler sorgen.

Mit Fanclub und 3.Trophäe innerhalb einer Woche: Bisons mit Unterstützung und Talisman in Herrsching

Zurück zur Übersicht