Leere Känguru-Beutel: Bisons gewinnen 3:0

26.11.2017

Das Einzige, was am "seidenen Faden" hing, war nach dem Spiel der Strahler auf der Tribüne. Ansonsten machten sich die Bisons selbst ein Geschenk und gewannen souverän mit 3:0 das Pokal-Viertelfinale.

Kurze Schrecksekunde beim Abbau: der Strahler, mit dem die einlaufende Mannschaft verfolgt wird, hatte sich beim Abbau im Ballnetz verfangen und baumelte sprichwörtlich am „seidenen Faden“ 3m über dem Abbauteam in der Luft. Dank eines beherzt zugreifenden Fans konnte aber der Unfall noch abgewendet werden.

Weniger spannend war das Spiel selbst: souverän nahm das junge Bisonsteam die Hürde des Pokal-Viertelfinales gegen die Netzhoppers und ebnete sich den Weg zum Halbfinale. Mit 25:12, 25:20 und 25:21 zogen die Bühler nur den zweiten und dritten Satz etwas mehr als erforderlich in die Länge. Aber wer das Spiel gewinnen würde, das war von Anfang an klar, denn die Mannschaft zeigte sich präsent und gut aufgelegt.
Dass mit Björn Andrae einer der besten Spieler der Netzhoppers erkrankungsbedingt zu Hause bleiben musste, war sicher ein Vorteil für die Bisons. Das Spiel der Netzhoppers wirkte über lange Strecken zögerlich, die Körpersprache entsprechend defensiv.

Auf der anderen Seite sprühten die Zwetschgenstädter vor Spielfreude und hämmerten meist ungebremst die Bälle ins gegnerische Feld. Grundlage für dieses Angriffsfeuerwerk war die Annahme, die fast immer den Weg zu Mario Schmidgall fand. Dieser konnte wieder alle Positionen variabel bedienen, wobei die Mitte den absoluten Vogel abschoss: 100% Angriffsquote von Magloire Mayaula (12 Gesamtpunkte) und satte 86% von David Pettersson (11 Gesamtpunkte). Mit den meisten Punkten und dem maximalen Topwert im Angriff verdiente sich Mayaula zum zweiten Mal in Folge die Goldmedaille als bester Spieler des Abends.

Auch Masahiro Yanagida gab im Aufschlag und Angriff Gas und brachte es auf 11 Zähler. Viel beachtlicher aber seine Annahmeleistung: Netzhoppers-Trainer Mirko Culic hatte ihn als Hauptziel der Aufschläge auserkoren und 16mal musste der Japaner den ersten Ball spielen. Bis auf 2 direkte Fehler gelang ihm dies bravourös: 62% gute Annahmen, die ihm den Weg zum eigenen Angriff ebneten bzw. Schmidgall erlaubten, am Netz aus dem Vollen zu schöpfen.

Strahlende Augen auch bei Corbin Balster nach dem Spiel: Fast schien es, als hätte er sich den Zeitungsartikel vom Donnerstag zu Herzen genommen. Dieser bescheinigte ihm eine bisher gute Annahmeleistung, aber vergleichsweise wenige Punkte. Balster zeigte sich nicht minder vielseitig als sein Kollege Yanagida: der 20jährige Ex-Schweriner brachte es bei 8 Annahmen auf 75% und machte wiederum 10 Punkte im Angriff. Und mit weiteren 8 Punkten trug Iurii Kruzhkov auf der Diagonalen seinen Teil zum Erfolg des Abends bei.

Auf der Seite der Netzhoppers konnte nur ein Spieler an diesem Abend wirklich überzeugen: Silber MVP Filip Gavenda machte mit 17 Zählern ein Drittel der Gesamtpunkte der Netzhoppers. Es tröstete ihn aber nur bedingt, dass er dafür die begehrte BISON Uhr nach dem Spiel in Empfang nehmen durfte. Gavenda sah seine Mannschaft nicht nur unter dem Dauerfeuer der Bühler Angriffsreihe, sondern auch unter dem Druck der Bisons-Aufschläge auseinanderbrechen. Bühl hatte Selbstsicherheit getankt und dies wirkte sich positiv auf die Qualität der Bisons-Aufschläge aus. Die Aufschläge der Netzhoppers hingegen landeten zu oft im eigenen Netz.

Für den Bühler Scout Jannis Oser war das Spiel damit auch schnell zusammengefasst: „Es war einfacher als erwartet, da die Netzhoppers nicht besonders gut gespielt haben. Durch unsere gute Annahme konnte Mario die Bälle schön verteilen und die Angreifer haben dann den Rest erledigt.“ Auch Bühls Headcoach Ruben Wolochin war zufrieden und lobte seine Mannschaft: „Vielleicht waren die Netzhoppers nicht so gut wie wir erwartet haben. Aber wir haben uns gut vorbereit und die Mannschaft hat die Taktik gut auf dem Feld umgesetzt.“

Geschäftsführer Manohar Faupel hatte ebenfalls kaum Grund zur Klage: „5 Spiele in 22 Tagen, davon vier Siege in Folge und Einzug ins Pokal-Halbfinale. Die Glücksfee hat uns gleich doppelt beschenkt mit den Heimspielen im Pokal. Und dann noch zu Hause gegen Herrsching am 09.12. in der Hauptrunde und am 13.12. im Pokal.“ Dass nur 750 Zuschauer das Spiel besucht hatten, war das berühmte Haar in der Suppe: „Wir hatten uns mehr Fans erwartet. Andererseits sind 2 Heimspiele direkt hintereinander nicht zuschauerfördernd. Die Fans, die heute gekommen sind, haben aber toll mitgemacht, die Stimmung in Bühl ist weiter richtig gut.“

Damit diese noch besser wird und vor allem beide Spiele gut besucht sind, dafür müsse man mächtig die Werbetrommel rühren. Mitgesellschafter Stefan Zachmann baut hierbei auf eine Allianz aus Medien, Sponsoren, Vereinen, Schulen und Firmen: „Wir brauchen jetzt mehr Präsenz in der Zeitung und im Rundfunk. Auch wollen wir Firmen in Bühl und Umgebung begeistern, für ihre Mitarbeiter Kartenkontingente zu kaufen. Das wäre ein schönes Geschenk vor Weihnachten und würde die Verbundenheit in der Region unterstreichen. Und für die Vereine und Schulen wollen wir auch Sonderaktionen anbieten.“

Dass es nicht leicht wird, die Halle am Samstag und am Mittwoch zu füllen, das ist allen Beteiligten klar. Jedoch wäre eine volle Halle ein weiterer Schritt in Richtung Mannheim, in Richtung des ersehnten Pokalfinales. „Herrsching ist dieses Jahr bockstark. Dass sie Berlin nach einem 0:2 Rückstand noch mit 3:2 aus dem Pokalrennen geworfen haben, Hammer! Aber das Pokalspiel in der SAP-Arena ist für Bühl zum Greifen nahe. Noch ein Spiel, noch einmal richtig Vollgas auf dem Feld und drumherum lauter Bühler Volleyballverrückte, dann kann es klappen“, ist sich der Geschäftsführer der Bisons sicher. „Für Bühl und die Region wäre es ein Riesending, nach 2016 wieder ins Finale einzuziehen. Am 4. März 2018 vor 12.000 Zuschauern zu spielen, Bühl wieder live zur besten Sendezeit am Sonntag im deutschen Free TV, dafür müssen wir weiterarbeiten.“

Und darüber hinaus nicht die sonstigen Aufgaben aus den Augen verlieren, mahnt Wolochin bei aller Begeisterung an. „Wir spielen nächstes Wochenende in Düren, das wird ein schweres Spiel. Sie sind dieses Jahr sehr gut und zu Hause stark. Wir müssen weiter an uns glauben und uns gut vorbereiten. Das Spiel wird wichtig für unsere Hauptrunde sein, aber auch als Vorbereitung für die Doppelbegegnung im Hexenkessel gegen Herrsching eine Woche später.“

Tickets für die beiden Heimspiele am Samstag 09.12. und Mittwoch 13.12. gibt es online bei www.ticketmaster.de, im Bürgerhaus Neuer Markt in Bühl (Öffnungszeiten siehe http://www.buergerhaus-buehl.de/de/) und an den Abendkassen ab 18:30 Uhr.


Wichtiger Hinweis: Das Pokal-Halbfinale am 13.12. ist in der Dauerkarten-Nutzung mit inbegriffen.

Halbfinale klargemacht: Riesenjubel bei den Bisons nach dem 3:0 Sieg Bildrechte: Lucas Martin Photography

Zurück zur Übersicht