Bisons verlieren 0:3 gegen Hauptstädter

28.12.2017

Berlin musste in Bühl gewinnen und damit waren die Rollen verteilt. Die Bisons-Bilanz entsprechend durchwachsen: Ausverkaufte Halle, tolle Stimmung, aber nie eine echte Chance gegen die BR Volleys.

Wunschgemäß wurde es heiß im Bühler Hexenkessel. Jedoch bezog sich dies mehr auf das Drumherum als auf das Geschehen auf dem Spielfeld. Denn dort ließen die Gäste aus Berlin gegen die Bisons nichts anbrennen und boten den Bühlern nicht die erhoffte kleine Chance, ein erwartet schweres Spiel zu drehen. Beim Top-Team aus Berlin schien der Knoten geplatzt zu sein: mit 3:0 ging das Match nach 82min verdient an die Hauptstädter (25:22; 25:23; 25:21).

Ein ausverkaufter Hexenkessel und damit 1.700 Zuschauer heizten die Neue Sporthalle Bühl so richtig auf. Die Temperaturen stiegen, die Getränke flossen in Strömen und schon kurz vor Spielbeginn liefen die Kühlschränke der Halle leer. Aber das hatte man eingeplant und die begrenzten Kühlkapazitäten um einen Getränkelaster vor der Halle erweitert. Satte 110 Kisten Bier und Softgetränke sowie rund 150 Flaschen Wein und Sekt gingen im prall gefüllten VIP-Bereich und im Hallen-Verkauf über die Theke.
Die Abkühlung von innen tat Not: zweimal musste Lothar Weiß, der Bühler Mannschaftsarzt an diesem Abend, helfend tätig werden. Ein Zuschauer kippte um, auch unten wurde es einer Cheerleaderin zu heiß und sie musste versorgt werden. Der Zuschauer wurde zur Sicherheit vom angekommenen Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht, die Cheerleaderin pausierte das restliche Spiel.

"Wir hatten viele Zuschauer erwartet, denn das Weihnachtsspiel in der Bundesliga ist immer eine sehr dankbare Bühler Kulisse für die Gäste und die heimischen Fans. Aber ausverkauft, das ist schon top. Die guten Leistungen der letzten beiden Monate machen sich bemerkbar, die jungen Bisons haben sich bei den Bühler Fans in die Herzen gespielt." freuten sich Mitgesellschafter und TVB-Vereinsvorstände Andreas Bäcker und Joachim Stolz über den regen Zuschauerzufluss.

Sportlich dagegen zeigten sich die Berliner unbeeindruckt von der prächtigen Kulisse. "Wir hatten die Hoffnung, dass Berlin noch nicht zu alter Stärke zurückgefunden hat. Aber wir sprechen über den Deutschen Meister und Final Four-Teilnehmer der Champions League der letzten Saison. Und leider war zu erkennen, dass das Hauptstadt-Team jederzeit die notwendige Schippe drauflegen konnte, wenn es in die crunch time ging." resümierte ein nicht unzufriedener Bisons-Geschäftsführer Manohar Faupel. Das 0:3 Ergebnis sei kein Beinbruch und mit den drei Sätzen über der 20er-Marke habe man sich gut verkauft: "Wir hatten heute nicht die richtigen Werkzeuge bei der Hand. Im Aufschlag konnten wir nicht die gewünschte Durchschlagskraft erzielen und unser Block war gegen einen sehr guten Berliner Zuspieler ratlos."

GOLD MVP Paul Carroll ließ sich von seinem Zuspieler Pierre Pujol glänzend vorlegen und was den Bühlern schwerfiel, ging dem Meister dafür umso besser von der Hand. Mit ihren Aufschlägen beschäftigten und banden sie Bühls Hauptangreifer Masahiro Yanagida, er konnte mit seinen 10 Gesamtzählern dem Bisonsteam nur bedingt helfen. SILBER MVP David Pettersson überzeugte zwar mit einer Angriffsquote von 71%, aber zu selten konnte Zuspieler Mario Schmidgall die Mitte an diesem Tag einsetzen. Erfreulich auffällig zeigte sich einmal mehr Diagonalangreifer Anton Qafarena: mit 8 Punkten und 62% erfolgreich beendeter Angriffe rangierte er direkt hinter Yanagida.

Dennoch, an der Übermacht Berlins gab es wenig zu rütteln. Das mit internationalen Topspielern besetzte Team überzeugte auch mit einer sehr guten Annahme um Libero Luke Perry. Die Gäste zwangen den Bisons ein Spiel auf, welches nur wenig Möglichkeiten bot, zur Spritzigkeit der letzten Spiele zurückzufinden. Für Headcoach Ruben Wolochin war dies nicht überraschend: "Wir haben uns seit Ende Oktober kontinuierlich weiterentwickelt. Für ein neues und vor allem sehr junges Team sind wir schnell zusammengekommen. Aber wir müssen realistisch bleiben, wir sind noch nicht soweit, Top-Mannschaften wie Berlin zu kontrollieren."

Mit Blick auf die kurze Verschnaufpause legt er den Fokus auf die kommenden Spiele: "Berlin kannst Du an einem sehr guten Tag schlagen, aber sie sind für uns nicht wichtig. Wir müssen uns jetzt gegen Gegner wie am 06.01. in Lüneburg und am 20.01. in Bühl gegen die AlpenVolleys vorbereiten. Beide Spiele werden ebenfalls schwer, aber bieten uns mehr Chancen, das Spielgeschehen zu unseren Gunsten zu gestalten."
Unterstützung in der Fraport-Arena Frankfurt gibt es von den Baden Rockets: der Fanclub wird am 14.01.2018 mit rund 50 Bühlern seine Bisons anfeuern. Busplätze und Tickets können über den Fanclub gebucht werden (fanclub@schwarzwald-volleys.de).

Tickets für das nächste Heimspiel am 20.Januar 2018 gegen das deutsch-österreichische Projekt HYPO TIROL AlpenVolleys Haching gibt es online bei www.ticketmaster.de, im Bürgerhaus Neuer Markt in Bühl (Öffnungszeiten siehe http://www.buergerhaus-buehl.de/de/) und an der Abendkasse ab 18:30 Uhr.

Die Bisons wünschen ihren Sponsoren und Fans einen guten Rutsch ins neue Jahr. Das Team sagt "Danke" für eine tolle Vorrunde 2017 und freut sich auf eine noch bessere Rückrunde 2018!

Keine Chance gegen Berlin, aber das Bisonsteam schaut schon wieder nach vorne gegen Lüneburg Bildrechte: Lucas Martin Photography

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